Akt V — Das GefäßAbschnitt 38 von 74
Die Schöpfung will eine Antwort
Nun lässt sich eine stärkere Behauptung aufstellen.
Die Welt wird nicht nur durch göttliche Rede erschaffen.
Die Welt wird antwortfähig erschaffen.
Das dürfte einer der tiefsten Zwecke der Malchut sein.
Hätte Haschem nur eine leidende Emanation gewollt, wäre kein eigenständiges Bewusstsein nötig gewesen. Engel könnten endlos empfangen.
Doch Menschen bewohnen die Verhüllung.
Wir können nein sagen.
Darum zählt das Ja.
Wir können vergessen.
Darum zählt das Erinnern.
Wir können uns als unabhängig erfahren.
Darum kann Hingabe wirklich werden.
Wir können schweigen.
Darum zählt das Gebet.
Wir können Materie selbstsüchtig gebrauchen.
Darum zählt die Mizwa.
Die Schöpfung enthält die Möglichkeit der Antwort.
Und diese Antwort steigt vom niedrigsten Ort auf.
Das Unendliche sagt:
„Es werde.“
Und schließlich sagt die Welt:
„Amen.“
Dieses „Amen“ ist Malchut.
Die Chawa-Kadmona-Behandlung von Hod nennt dies das antwortende Lied, das weibliche Amen, das einen Segen empfängt und ihn als Lob zurückgibt. Das ist eines der schönsten inneren Bilder des Rahmens: Offenbarung vollendet sich nicht dadurch, dass sie gesprochen wird; etwas bleibt unvollendet, bis es beantwortet ist.
Jede Bracha versteht das.
Ein Mensch segnet.
Ein anderer sagt:
Amen.
Das Amen tritt nicht mit dem Segen in Wettstreit.
Es besiegelt ihn.
Der Empfangende steuert bei, was der ursprünglich Sprechende allein nicht geben konnte:
die Antwort.