Akt IV — Die WohnungAbschnitt 23 von 74
Der Bejt HaMikdasch: Malchut als Architektur
Der Bejt HaMikdasch ist vielleicht das großartigste physische Bild der Malchut.
Hier ist ein endlicher Ort, von dem das Unendliche gleichsam sagt: „Mein Name wird hier wohnen.“
Das Paradox ist in Schlomo HaMelechs Einweihung ausdrücklich:
הִנֵּה הַשָּׁמַיִם וּשְׁמֵי הַשָּׁמַיִם לֹא יְכַלְכְּלוּךָ אַף כִּי הַבַּיִת הַזֶּה
„Siehe, die Himmel und die Himmel der Himmel können Dich nicht fassen, wie viel weniger dieses Haus“ (1 Könige 8,27).
Und doch wird das Haus gebaut.
Das ist Malchut.
Das Endliche fasst Ein Sof nicht in dem Sinne, dass es Ihn umschlösse.
Das Endliche wird ein erwählter Ort der Offenbarung.
Ein Raum wird nicht unendlich.
Die Unendlichkeit wählt, im Raum zu wohnen.
Diese Unterscheidung ist alles.
Das Ziel der Malchut ist nicht, dass das Gefäß vorgibt, die Quelle geworden zu sein.
Das Ziel ist, dass das Gefäß durchsichtig genug wird, damit die Quelle in ihm erkannt werden kann.
Das Kodesch HaKodaschim ist endlich.
Die Maße bestehen.
Die Steine sind materiell.
Die Geräte haben Gestalt.
Der Kohen Gadol hat einen Leib.
Der Dienst geschieht in der Zeit.
Gerade durch diese Endlichkeit wird die Wohnung wirklich.
Eine Geistlichkeit, die nur außerhalb der Materie bestehen kann, hat den Abstieg nicht vollendet.
Malchut verlangt mehr.
Kann Stein heilig werden?
Kann Gold heilig werden?
Kann Brot heilig werden?
Kann Öl heilig werden?
Kann ein menschlicher Tagesplan heilig werden?
Kann Politik heilig werden?
Kann ein Hauswesen heilig werden?
Kann Wirtschaft heilig werden?
Kann Rede heilig werden?
Kann die Erde ein Ort werden, an dem man an Haschem nicht bloß glaubt, sondern Ihn beherbergt?
Das ist die malchutische Frage.