Akt VI — Die RückkehrAbschnitt 45 von 74
Dira BeTachtonim ist eine Lehre der Malchut
Die Chabad-Chassidut stellt Dira BeTachtonim in die Mitte der Schöpfung.
Das heißt: die unterste Welt ist kein bedauerliches Nebenprodukt geistlichen Abstiegs.
Sie ist das Ziel.
Der Alte Rebbe nimmt im 36. Kapitel des Tanja die midraschische Lehre auf, Haschem habe eine Wohnung in den unteren Welten begehrt, und baut daraus eine ganze Theologie der Mizwot.
Der Zweck ist nicht bloß, dass die Seele aufsteige.
Der Zweck ist, dass das Körperliche göttlich werde.
Das Leder der Tefillin.
Die Wolle der Zizit.
Die Münze der Zedaka.
Das Essen des Schabbat.
Der Leib, der auf einer Hochzeit tanzt.
Der Mund, der Tora lernt.
Das Haus, das ein Ort der Mesusa, der Gastfreundschaft und des Friedens wird.
Malchut ist daher die Sefira, die dem Beharren Chabads am innigsten entspricht: das Unterste wird nicht verworfen.
Das Unterste wird erleuchtet.
Die Chawa-Kadmona-Lesart fügt hinzu: der niedrigste Ort ist nicht bloß die leidende Stelle, an der höheres Licht triumphiert. Der niedrigste Ort antwortet. Er empfängt Licht und verwirklicht Absicht.
Die Wohnung entsteht nicht nur, weil Licht herabstieg.
Sie entsteht, weil das Haus ein Zuhause wurde.