Akt V — Das GefäßAbschnitt 41 von 74
Esther: Die Krone, verborgen in der Verhüllung
Die Megillat Esther ist eines der malchutischsten Bücher des Tanach.
Ihr Name lässt an Verhüllung denken.
Haschems Name erscheint in der Megilla nicht ausdrücklich.
Eine jüdische Frau wird Königin innerhalb des Reiches des Exils.
Ihre Identität ist zunächst verborgen.
Dann erreicht die Verhüllung ihren Wendepunkt.
Sie tritt in die Kammer des Königs.
Sie spricht.
Ein Erlass wird umgekehrt.
Das Verborgene wird königlich.
Das Chawa-Kadmona-Korpus liest Esther als eine seiner großen Matrizen verborgener weiblicher Offenbarung, die in der Krönung der Malchut gipfelt.
Ob man jede Einzelheit dieser sinnbildlichen Zuordnung übernimmt oder nicht, die malchutische Gestalt ist unverkennbar.
Esther besiegt Haman nicht dadurch, dass sie ein Heer besäße.
Ihr Handeln ist zusammenhangbezogen, zeitlich abgestimmt, beziehungshaft.
Sie fastet.
Sie bereitet vor.
Sie lädt ein.
Sie wartet.
Sie spricht im richtigen Augenblick.
Ihre Souveränität gleicht keiner Eroberung.
Sie gleicht der genauen Verwandlung einer Lage von innen her.
Malchut kann auf diese Weise wirken.
Nicht immer, indem sie das Reich von außen zerschlägt.
Manchmal, indem sie die Kammer betritt und ändert, was der König sehen kann.