Malchut

Akt IV — Die WohnungAbschnitt 21 von 74

Malchut und Gesetz: Das Haus braucht weiterhin Wände

Eine weitere Fälschung erscheint, wenn die Wiederentdeckung der Beziehung dazu benutzt wird, die Struktur aufzulösen.

Wenn Malchut Gegenwart ist, kommt es auf Regeln vielleicht nicht mehr an.

Wenn das Herz erwacht, ist das Gesetz vielleicht überholt.

Wenn Innerlichkeit heilig ist, sind Grenzen vielleicht bloß Überreste eines früheren Bewusstseins.

Chawa Kadmona weist diesen Schluss ausdrücklich zurück. Ihr eigenes Bild ist Vollendung, nicht Berichtigung. Die adamitische Architektur von Bestimmung, Grenze und Struktur ist kein zu zerstörender Irrtum. Die Krone trennt das Haupt nicht ab.

Das stimmt zutiefst mit der Tora zusammen.

Ein Haus verlangt Wände.

Eine Ehe verlangt einen Bund.

Der Schabbat verlangt Grenzen.

Ein Bejt HaMikdasch verlangt Maße.

Musik verlangt Intervalle.

Sprache verlangt Grammatik.

Ein Schoß selbst ist durch außerordentliche biologische Grenzen bestimmt.

Zwischen beziehungshafter Tiefe und Struktur besteht kein Widerspruch.

Es besteht nur die Frage, wozu die Struktur dient.

Eine Mauer, die bloß gebaut wird, um Macht zu zeigen, wird zum Gefängnis.

Eine Mauer um ein Haus schützt die Vertrautheit.

Gewura kann ausschließen.

Gewura kann hüten.

Malchut hebt Gewura nicht auf.

Sie lehrt Gewura, was sie schützt.

Dies dürfte eine der tiefsten Folgerungen aus „ein Gerüst kann kein Zuhause sein“ sein. Ein Gerüst ist notwendig. Ohne es stürzt der Bau ein. Aber niemand baut ein Gerüst, um auf dem Gerüst zu wohnen.

Die Struktur besteht um des Bewohnens willen.

Die offenbarten Gebote der Tora werden nicht entbehrlich, sobald ein Mensch sich geistlich reif fühlt. Sie sind das Gefäß, durch das geistliche Reife in das leibhafte Leben eintritt.

Das Haus braucht Wände.

Die Wände brauchen ein Haus.

Das ist Gleichgewicht.