Malchut

Akt VI — Die RückkehrAbschnitt 52 von 74

Malchut spricht die Geschichte nicht bloß. Sie lässt die Geschichte sprechen

Es gibt zwei Weisen, wie Autorität sich zur Erzählung verhalten kann.

Die eine legt Sinn von oben auf.

Die andere hört lange genug zu, bis verborgener Sinn hervortritt.

Die Tora enthält beide.

Mosche gibt Gesetz.

Ijow streitet aus dem Schmerz.

Kohelet fragt.

Echa klagt.

Tehillim schreien.

Schir HaSchirim sehnt sich.

Der Kanon der Tora fürchtet die menschliche Stimme nicht.

Offenbarung hat Raum für Antwort geschaffen.

Darum ist die mündliche Tora so erstaunlich.

Der Ribbono Schel Olam gibt Menschen die Tora und gebietet ihnen dann, sie nach den Bundesregeln der Tora selbst auszulegen und anzuwenden.

לֹא בַשָּׁמַיִם הִוא

„Sie ist nicht im Himmel“ (Deuteronomium 30,12).

Der berühmte Gebrauch dieses Verses durch Chasal in Bawa Mezia 59b verleiht der Tora, wie sie im menschlichen Bund empfangen und entschieden wird, außerordentliche Würde.

Das darf niemals als menschliche Souveränität über G-tt missverstanden werden.

Es ist G-ttes eigener Wille, dass die Tora in Malchut eintritt.

Die Gabe wird durch den Empfangenden bewohnbar.