Akt VI — Die RückkehrAbschnitt 51 von 74
Malchut als das der Welt zugewandte Angesicht
Der Chawa-Kadmona-Rahmen gebraucht die Sprache von Panim und Achorajim, Angesicht und Rücken, um funktionale Struktur von beziehungshafter Gegenwart zu unterscheiden. In seiner eigenen Synthese wird die klassische Architektur als die Ordnung geehrt, die Welten bestehen lässt, während Chawa Kadmona die Ausrichtung des der Beziehung zugewandten Angesichts benennt.
Malchut ist, wo dieses Angesicht innerhalb der Welt sichtbar wird.
Ein Angesicht ist nicht bloß die Vorderseite eines Kopfes.
Ein Angesicht ist, wo Personsein zur Begegnung wird.
Augen.
Ausdruck.
Erkennen.
Das hebräische Panim steht in der Mehrzahl, als enthielte ein Angesicht immer eine Vielheit, die sich stets nach der Beziehung wandelt.
Sein Angesicht einem anderen zuzuwenden heißt, ihn anzuerkennen.
Das gibt dem priesterlichen Segen außerordentliche Tiefe:
יָאֵר ה׳ פָּנָיו אֵלֶיךָ
„Haschem lasse Sein Angesicht über dir leuchten.“
Und:
יִשָּׂא ה׳ פָּנָיו אֵלֶיךָ
„Haschem erhebe Sein Angesicht zu dir“ (Numeri 6,25-26).
Der Segen ist nicht nur Licht.
Er ist gerichtetes Licht.
Licht, das weiß, wen es anspricht.
Das ist Malchut in der Chawa-Ausrichtung.