Akt III — Die StimmenAbschnitt 14 von 74
Riwka: Das Gefäß am Brunnen
Riwka tritt neben einem Brunnen in die Tora ein.
Das Bild selbst ist malchutisch.
Ein Brunnen ist ein Gefäß, das aus verborgenen Tiefen gefüllt wird.
Elieser kommt und sucht die Frau, durch die die Bundeslinie fortgehen wird. Riwka schöpft Wasser, nicht nur für ihn, sondern wieder und wieder für seine Kamele.
Sie empfängt und teilt weiter aus.
Später dann, im Haus Jizchaks, erkennt sie etwas, wonach er noch nicht handelt. Jaakow und Esaw können dieselbe Zukunft nicht auf dieselbe Weise empfangen. Riwka wird zur Leserin des Zusammenhangs.
Auch hier erfindet sie den Bund nicht.
Sie ersetzt Jizchak nicht.
Sie versteht, wie der Segen in die Geschichte eintreten muss.
Der Chawa-Kadmona-Rahmen nennt ein solches Vermögen bina jetera, nicht als Klischee weiblichen Temperaments, sondern als Bild eines Verstehens der Offenbarung im Verhältnis zu der Person und der Zeit, in die sie eintreten muss.
Das ist Malchut vor dem Thron.
Es ist Königtum als Weisheit des Bewohnens.