Malchut

Akt VII — Die KroneAbschnitt 66 von 74

Der tiefste Sinn von „nichts Eigenes“

Nun sind wir endlich bereit, noch einmal zur soharischen Wendung zurückzukehren.

לית לה מגרמה כלום

„Sie hat nichts Eigenes.“

Vielleicht heißt die Wendung nicht, dass Malchut das Sein fehlt.

Vielleicht enthüllt sie, was Sein tatsächlich ist.

Nichts in der Schöpfung hat Dasein „von sich aus“.

Malchut weiß es schlicht.

Ein Stein wird von Haschem erhalten.

Ein Engel wird von Haschem erhalten.

Eine Galaxie wird von Haschem erhalten.

Ein Zaddik wird von Haschem erhalten.

Der Unterschied liegt nicht zwischen Abhängigkeit und Unabhängigkeit.

Wahre Unabhängigkeit gibt es nicht.

Der Unterschied liegt zwischen Bewusstsein und Verhüllung.

Malchut ist die Sefira, in der empfangenes Dasein sich seiner selbst als empfangen bewusst werden kann.

Ihr „Nichts“ ist daher die Wahrheit von allem.

Alle Geschöpfe sind leis lah m'garmah klum.

Malchut ist der Spiegel, der klar genug ist, es auszusprechen.

Und sobald die Schöpfung weiß, dass ihr Dasein empfangen ist, fühlt sich empfangenes Dasein nicht mehr demütigend an.

Es wird Beziehung.