Malchut

Akt VI — Die RückkehrAbschnitt 49 von 74

Der innere Thron

Es gibt auch eine innere Gestalt des Königtums.

Ein Mensch bedarf der Selbstregierung.

Verlangen darf nicht herrschen, bloß weil es laut ist.

Furcht darf nicht herrschen, bloß weil sie schmerzt.

Zorn darf nicht herrschen, weil er sich berechtigt anfühlt.

Malchut in der Seele heißt das Vermögen, die Kräfte zu sammeln und auf eine höhere Souveränität hin auszurichten.

Darum wurde das hebräische Wort melech homiletisch durch moach, lew, kawed gedeutet — Hirn, Herz, Leber —, wenn die Ordnung stimmt und der Verstand über Gefühl und Trieb herrscht.

Doch eine Chawa-Kadmona-Lesart fügt etwas hinzu.

Selbstregierung ist nicht bloß Befehl über die inneren Teile.

Sie ist das Vermögen, sie zu hören.

Ein König, der jede Botschaft aus den Provinzen unterdrückt, herrscht am Ende über eine Erfindung.

Der gereifte Mensch kann Furcht hören, ohne ihr zu gehorchen.

Verlangen hören, ohne es anzubeten.

Schmerz hören, ohne nur Schmerz zu werden.

Den Leib hören, ohne den Leib mit dem ganzen Selbst zu verwechseln.

Das ist innere Malchut als hörende Souveränität.

Die Teile sind keine Tyrannen.

Sie sind keine Gefangenen.

Sie werden Bürger.