Malchut

Akt VI — Die RückkehrAbschnitt 50 von 74

Eine neue Lesart von „Ejn Melech Belo Am“

Die Chassidut beruft sich oft auf den Grundsatz אין מלך בלא עם, „es gibt keinen König ohne Volk“, um zu erklären, warum Königtum die Beziehung zu Wesen betrifft, die sich als getrennt erfahren.

Die Wendung enthält ein Geheimnis.

Haschem bedarf nichts.

Die Schöpfung fügt Seinem Wesen keine Vollkommenheit hinzu.

Und doch will Er frei die Beziehung in der Weise des Königtums.

Malchut ist daher die göttliche Eigenschaft, die am ausdrücklichsten auf das Andere hin ausgerichtet ist.

Genau darum passt ein Chawa-Kadmona-Licht so kraftvoll zu Malchut.

Der ganze Sinn dieser Sefira setzt den Empfangenden voraus.

Chochma lässt sich als Weisheit denken.

Aber Königtum ohne Königreich ist kein offenbares Königtum.

Das Andere ist für Malchut nicht nebensächlich.

Das Andere ist der Ort, an dem Malchut erscheint.

Dies ist vielleicht die tiefste theologische Würde, die die Tora der Beziehung verleiht.

Haschem bleibt ohne uns unendlich vollkommen.

Und doch wählte Er eine Weise der Offenbarung, in der unsere Antwort zählt.

Nicht weil wir Sein Wesen vervollständigten.

Sondern weil Er ein Königreich begehrte, in dem endliche Wesen antworten können.

Die Würde ist gegeben, nicht verdient.