Akt V — Das GefäßAbschnitt 43 von 74
Malchut und Emuna
Glaube wird oft missverstanden als das Fürwahrhalten von Sätzen ohne Beweis.
In der Tora steht Emuna der Treue, dem Vertrauen, der Festigkeit und der Beziehung näher.
Malchut verlangt Emuna, weil der Empfangende nicht immer die ganze Struktur über sich sehen kann.
Der Mond erzeugt die Sonne nicht.
Die Welt nimmt Ein Sof nicht unmittelbar wahr.
Der Jude im Exil sieht nicht, wie jedes Ereignis in die Erlösung passt.
Und doch dauert der Bund fort.
וֶאֱמוּנָתְךָ בַּלֵּילוֹת
„Deine Treue in den Nächten“ (Psalm 92,3).
Die Nacht ist der Ort, an dem Emuna sichtbar wird.
Der Tag verlangt nicht dieselbe Art von Vertrauen.
Malchut ist lunar, weil Malchut zurückgeworfene Wahrheit durch die Dunkelheit tragen kann.
Das ist kein blinder Glaube.
Es ist beziehungshaftes Gedächtnis.
Ich erinnere mich der Quelle, auch wenn die Erleuchtung nur teilweise ist.