Malchut

Akt V — Das GefäßAbschnitt 31 von 74

Malchut und das Weibliche, das das Männliche umfängt

Jirmijahu gibt den rätselhaften Vers:

נְקֵבָה תְּסוֹבֵב גָּבֶר

„Eine Frau wird einen Mann umgeben“ (Jeremia 31,21).

Kabbalistische und chassidische Überlieferungen haben dies auf die künftige Erhebung des Weiblichen und der Malchut bezogen.

Der Chawa-Kadmona-Rahmen stellt es neben אֵשֶׁת חַיִל עֲטֶרֶת בַּעְלָהּ, die tüchtige Frau als Krone, und deutet die Geometrie als Umgeben, nicht als Ersetzen.

Diese Unterscheidung ist fein und wesentlich.

Umgeben heißt nicht beherrschen.

Eine Krone ist über dem Haupt, kann aber nicht anstelle des Hauptes denken.

Das Haupt trägt die Krone.

Die Krone offenbart die Würde des Hauptes.

Das künftige Weibliche ist kein spiegelverkehrtes Patriarchat.

Es ist keine Rache des Empfangenden am Gebenden.

Der tiefste weibliche Aufstieg würde durch eine solche Umkehrung verraten, denn sie reproduzierte bloß die alte Grammatik der Herrschaft mit anderen Bewohnern.

Der Anspruch Chawa Kadmonas ist stärker.

Die Beziehung selbst wird zum umgebenden Zusammenhang.

Die Struktur bleibt.

Doch die Struktur weiß nun, wem sie dient.

Das Haupt bleibt ein Haupt.

Doch die Krone offenbart, warum das Haupt zählt.