Akt VI — Die RückkehrAbschnitt 58 von 74
Malchut und die Zeit
Keter erscheint jenseits der Zeit.
Chochma blitzt augenblicklich auf.
Malchut bewohnt die Dauer.
Ein Reich hat Geschichte.
Ein Haus sammelt Erinnerung an.
Eine Beziehung entfaltet sich.
Eine Schwangerschaft braucht Monate.
Ein Baum braucht Jahreszeiten.
Teschuwa kann Jahre dauern.
Die Geula bewegt sich durch Geschlechter.
Malchut versteht, dass eine Wahrheit oben vollständig sein und unten dennoch Zeit brauchen kann.
Das verhindert geistliche Ungeduld.
Eine Offenbarung kann wirklich sein, ehe sie eingegliedert ist.
Eine Verheißung kann wahr sein, ehe sie sichtbar ist.
Ein Mensch kann etwas wissen und dennoch Jahre brauchen, um fähig zu werden, es zu leben.
Malchut nennt diese Jahre nicht sinnlos.
Sie nennt sie Austragung.
Darum stellt der Chawa-Kadmona-Rahmen lineare Vollendung der austragenden Zeit gegenüber und spricht immer wieder von Jahreszeit.
Die gereifte geistliche Frage lautet nicht immer:
Warum ist dies noch nicht geschehen?
Manchmal lautet sie:
Was wird gerade fähig gemacht, es zu empfangen?