Malchut

Akt III — Die StimmenAbschnitt 19 von 74

Malchut ist kein geringes Selbstwertgefühl

Das kann nicht genug betont werden.

Leis lah m'garmah klum ist kein psychologisches Gebot, klein, stimmlos, beschämt oder von menschlicher Herrschaft abhängig zu werden.

Wer sagt: „Ich bin nichts wert“, macht das Selbst noch immer zum Mittelpunkt des Bewusstseins.

Bittul sagt etwas anderes.

„Ich bin wirklich, aber ich bin nicht mein eigener Ursprung.“

„Meine Gaben sind wirklich, aber sie sind Gaben.“

„Meine Stimme zählt, aber ich habe die Rede nicht geschaffen.“

„Meine Seele zählt, aber ich habe mich nicht selbst ins Dasein gehaucht.“

„Meine Würde ist eben darum wirklich, weil sie von Einem kommt, der unendlich jenseits meines Ich ist.“

Darum kann echter Bittul Mut hervorbringen statt Zaghaftigkeit.

David wird nicht untätig, weil er auf Haschem vertraut.

Er stellt sich Goliath.

Mosche löst sich nicht auf, weil er der demütigste Mensch genannt wird.

Er stellt sich dem Pharao.

Demut vor Haschem kann einen Menschen von ungesunder Unterwerfung vor Menschen befreien.

Hängt mein Wert ganz von deiner Billigung ab, bin ich dein Gefangener.

Wird mein Wert von Haschem empfangen, kann ich dir zuhören, ohne dich anzubeten.

Malchut verneigt sich nach oben.

Darum kann sie unten stehen.

Deshalb ist auch die Warnung Chawa Kadmonas vor einer Malchut, die ohne Bittul aufsteigt, so wichtig. Die Alternative zur Selbstauslöschung ist nicht die Selbstvergottung. Die Stimme des Empfangenden muss sich erheben und dabei mit dem Gegebensein verbunden bleiben. Sonst kann empfangende Tiefe sich nach innen krümmen und Narzissmus werden.

Eine gereifte Malchut hat daher beides: Würde und Hingabe.

Sie weiß, dass sie ein Thron ist.

Sie weiß, wessen Thron sie ist.