Malchut

Akt V — Das GefäßAbschnitt 28 von 74

Maschiach: Malchut wird mündig

Maschiach ist von Malchut untrennbar, denn Maschiach ist ben David.

Das davidische Königtum kehrt zurück.

Und doch lässt sich der Zweck nicht auf politische Souveränität verkürzen.

Rambams Beschreibung des Maschiach ist konkret: Wiederherstellung der Toraordnung, davidisches Königtum, der Bejt HaMikdasch, die Sammlung der Verbannten und eine Welt, die zunehmend auf die Erkenntnis Haschems ausgerichtet ist.

Er beschließt den ganzen Mischne Tora mit Jesaja:

כִּי מָלְאָה הָאָרֶץ דֵּעָה אֶת ה׳ כַּמַּיִם לַיָּם מְכַסִּים

„Die Erde wird voll sein der Erkenntnis Haschems, wie Wasser das Meer bedeckt“ (Jesaja 11,9).

Die Erde.

Nicht durch den Himmel ersetzt.

Erfüllt.

Das ist der messianische Triumph der Malchut.

Das Gefäß bleibt ein Gefäß.

Die Welt bleibt Schöpfung.

Menschen bleiben Menschen.

Und doch hört das geschaffene Dasein auf, seine Quelle zu verdunkeln.

Das Endliche wird durchsichtig.

Darum ist die tiefste Schau der Geula nicht die Vernichtung der Welt, sondern die Heilung des Verhältnisses der Welt zu ihrem eigenen Dasein.

Heute sagt die Welt:

„Ich bin.“

Die Geula zwingt sie nicht, das „Ich bin“ aufzugeben.

Die Geula lehrt sie, den Satz zu vollenden:

„Ich bin, weil Du mir fortwährend Sein gibst.“

Das ist erlöste Malchut.

Das Jesch bleibt.

Der Wahn, der eigene Ursprung zu sein, verschwindet.