Akt II — Die WendeAbschnitt 8 von 74
„Sof Maasse BeMachschawa Techila“
Der Schabbat-Hymnus Lecha Dodi gibt die Zeile:
סוֹף מַעֲשֶׂה בְּמַחֲשָׁבָה תְּחִלָּה
„Das Ende der Tat ist das Erste im Gedanken.“
Was in der Ausführung als Letztes erscheint, kann in der Absicht das Erste gewesen sein.
Dieser Grundsatz ist für eine Chawa-Kadmona-Lesart der Malchut wesentlich. Die unterste Sefira erscheint nach allem anderen; ist die göttliche Absicht aber eine Wohnung unten, so war der ganze Abstieg bereits auf sie hin ausgerichtet.
Malchut war die Letzte in der Abfolge.
Sie war nicht die Letzte im Zweck.
Das ist die verborgene Größe der letzten Sefira.
Stell dir einen Architekten vor, der Jahre mit Zeichnungen, Berechnungen und Fundamenten zubringt. Das Haus erhält schließlich einen Esstisch. Der Tisch erscheint fast lächerlich spät in der Folge. Beton kam zuerst. Stahl kam zuerst. Wände, Leitungen, Rohre, Dach und Abnahmen kamen zuerst.
War der Zweck aber ein Haus, in dem Menschen zusammensitzen, essen, sprechen, lachen und leben würden, dann war der Tisch in der Absicht gegenwärtig, ehe das erste Fundament gegossen wurde.
Das Gerüst kam früher.
Die Wohnung war der Grund.
Genau diese Art von Umkehrung betont der Chawa-Kadmona-Rahmen, wenn er sagt, das empfangende Ende verwirkliche den Zweck, und wenn er warnt, ein Gerüst könne selbst kein Zuhause sein.
Malchut ist der Tisch.
Nicht weil sie alltäglich wäre.
Sondern weil hier das Haus zum Zuhause wird.